Nord-Pas-de-Calais: Ein Paradies für Fisch- und Meeresfrüchtefans

Carole und Thessy, Reporterinnen des Kachen-Teams, waren eine Woche an der Nordküste von Frankreich, im Paradies für Fisch- und Meeresfrüchte-Liebhaber. In dieser kurzen Reportage beschreiben sie, was man alles an der Nordküste Frankreichs fischen und fangen kann.

Nur ganz selten im Jahr kommt eine sogenannte grande „marée“, eine große Ebbe, im Norden Frankreichs vor. Bei Frühlings- und Herbstbeginn treten die größten Gezeitenunterschiede des Jahres auf. Wenn das Meer morgens und abends zurück geht, kommt an manchen Stellen eine felsige Bucht zum Vorschein, die ansonsten vom Meer verdeckt bleibt. Dies ist ein Paradies der Gezeitenfischerei oder der Zu-Fuß-Fischerei. Mit ein wenig Vorwissen kann man, sobald das Meer morgens zurückgegangen ist, auf dem trockengefallenen Meeresboden Miesmuscheln pflücken, Taschenkrebse (tourteaux) und Schwimmkrabben (étrilles) einfangen, Sandgarnelen (crevettes grises) mit dem Netz erwischen oder Meeresschnecken sammeln. Wer erfolgreich war, kann sich zur Mittagsstunde mit einem selbstgefangenen und hundertprozentig frischen Meeresfrüchte-Essen belohnen.

Abends, beziehungsweise in der Nacht, kann man bei der zweiten Ebbe etwas größere Garnelen (bouquets) mit Netzen einfangen. Diese Garnelen lieben kleine felsige Hügel und Algen, wogegen die kleineren Sandgarnelen sich eher im Sand aufhalten. Das Einfangen von Garnelen bedarf Geduld und Ruhe, denn die kleinen Tierchen sind sehr schreckhaft.

Zur Ausrüstung gehören Harke, Eimer, Netze und Gummistiefel gegen nasse Füße. Für alle, die sich nicht trauen, Krabben mit den bloßen Händen zu fangen, gibt es auch genügend Fischgeschäfte und Märkte in der Gegend, wo man frische Meeresfrüchte kaufen kann.

Dieser Ausflug hat uns gezeigt, wie viel Aufwand betrieben und wie viel Zeit aufgebracht werden muss, um Meeresfrüchte in freier Natur zu sammeln. Der Geschmack von frischen und freilebenden Meeresfrüchten übertrifft bei weitem den der in Aquakulturen gezüchteter Tiere. Wir verlassen die Nordküste Frankreichs mit vielen neuen Eindrücken und mit der Überzeugung, dass wir von nun an zwar weniger oft, aber dafür eine bessere Qualität an Meeresfrüchten verarbeiten werden.

Habt Ihr nun auch Lust auf Meeresfrüchte bekommen?

Miesmuscheln sollten nur in den Monaten verzehrt werden, in denen ein „r“ vorkommt. Somit haben Sie von September bis April Saison. Wie wäre es zum Beispiel mit Miesmuscheln in dunkler Biersauce – nach einem Rezept vum Tony Tintinger?

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Carole und Thessy verraten euch auf ihrem Blog Spiffing Ideas noch weitere Tipps über das Fischen, Einsammeln und Verarbeiten von Meeresfrüchten.

Kategorie : Kachen on Tour
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