Nationalpark-Hotel Schliffkopf

Rundherum ist nichts als Natur: Wald, Moor, Feuchtheiden und einiges Wasser. Mittendrin, mächtig und unübersehbar steht das Nationalpark-Hotel Schliffkopf im Nord-Schwarzwald auf 1025 Metern Höhe. Der nächste „größere“ Ort ist das gut 6200 Einwohner zählende Baiersbronn, eine knappe halbe Autostunde entfernt. „1025 Meter über dem Alltag“ – so die Eigenwerbung – ist also Ruhe angesagt. Nicht nur das. Man kann es sich hier auch gutgehen lassen. Das Haus sorgt gleich doppelt für leibliches Wohl: Erstens mit gutem Essen, zweitens mit Wellness in vielerlei Form.
Schön war es schon immer im Nordschwarzwald. Aber seit Anfang 2014, als die 100 Quadratkilometer zum fünfzehnten und damit jüngsten Nationalpark Deutschlands ernannt wurden, ist das auch sozusagen amtlich. Knapp drei Autostunden von der luxemburgischen Grenze entfernt schweift der Blick von der Terrasse des Nationalpark-Hotels Schliffkopf ungehindert über Wald und Wiese. Es ist eine gelegentlich rauhe, oft aber auch einfach nur idyllisch wirkende Landschaft. „Im Umkreis von 15 Kilometern ist hier nichts mehr“, sagt Doreen Fahrner, die das Haus gemeinsam mit Ehemann und Schwager in nunmehr dritter Generation leitet.
Das Familienunternehmen hält auf dem Gipfel schon seit 1931 die Stellung. Seither wurde aus der einst kleinen Berghütte ein immer größeres Hotel, das sich 2003 zu einer Wellness-Oase in luftiger Höhe auswuchs. Und mittlerweile rangiert es in der offiziellen deutschen Hotelklassifizierung mit „Vier Sterne Superior“ fast ganz oben.
Wer den Schliffkopf erreicht, hat schon ein wenig Urlaub hinter sich. Denn er kommt über die Schwarzwaldhochstraße, eine der ganz besonders schönen deutschen Ferienstraßen. Die Rheinebene, die Vogesen und bei gutem Wetter auch die Alpen – das sind Ausblicke, die auch dazu ermuntern, nach der Ankunft höchst motivierend für die Erkundung der Natur im näheren und weiteren Umkreis des Hotels sein können. Ein bisschen Bewegung darf wohl schon sein.

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Körperliche Anstrengung wird auf dem Schliffkopf mit einem Küchenprogramm belohnt, das Doreen Fahrner als „regional-traditionell“ bezeichnet. „Der Hauptschwerpunkt liegt schon auf der Regionalität. Und wegen der Nähe zum Elsass gibt es auch von dort Einflüsse“, sagt sie. Viele Rezepte aus dem benachbarten Frankreich seien „auf unsere Art, so wie man Schwarzwälder Küche betreibt, ein bisschen abgeändert“. Auf der Karte rangieren daher beispielsweise ein Schweinerückensteak mit Maultasche, Champignon-Rahmsauce und Spätzle ebenso wie ein mit Schinken und Käse gefülltes Kalbssteak. Und wer sich der Halbpension anvertraut, kann zum Abendessen unter anderem zwischen sechs verschiedenen Hauptspeisen, darunter Sauerbraten, Zander und Hähnchenbrust, wählen.
Die bodenständig-genussfreudige Atmosphäre der Region schlägt sich auch in der Weinkarte nieder. Hier findet sich vor allem Wein aus Baden in allen Farben – weiß, rosé und rot. Daneben werden auch einige wenige Weine aus Frankreich und Spanien serviert.
Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, denn den Genuss auf dem Schliffkopf kann man sich mehr oder weniger hart verdienen. Direkt vor der Haustür beginnen Wege, die allesamt zu Anstrengungen führen können – wenn man denn möchte. Natürlich kann man durch den Nationalpark wandern, laufen oder mit dem Rad fahren. Im Winter werden dann Loipen aus den Wanderwegen und Pisten aus den Weiden. Querfeldein geht es sogar fast unbegrenzt mit Schneeschuhen weiter. Der Nationalpark lädt das ganze Jahr über zu Führungen und Vorträgen ein. Jeder hat also eine faire Chance, etwa die Alpenspitzmaus oder den gelb-grau-schwarzen Zitronengirlitz zu identifizieren, sofern man der Tierchen ansichtig wird. Ganz zu schweigen von Ausflügen in relativ rasch erreichbare Orte wie Freudenstadt (22 km) oder Baden-Baden (40 km).
Aber auch im Hotel selbst gibt es jede Menge zu tun: Man kann einen persönlichen Fitnesstrainer engagieren, aber ebenso gut kann man sich in eine Pilates- oder Yoga-Gruppe einreihen oder sich im Techno-Gym quälen. Bekennende Nichtstuer dürfen sich auch direkt in das Außen- oder Innenschwimmbad begeben oder sich im Spa Wellness- oder Gesundheitsmassagen hingeben, sofern sie nicht den Ruhebereich mit Wasserbetten ohnehin vorziehen.

„Naturliebhaber, die auch den Blick für das Weite haben“, seien ihre Gäste, formuliert Doreen Fahrner. Das Hotel sei eine „Auftankstelle“ für Menschen, die ihr Gepäck von Sorgen und Stress einfach mal hinter sich lassen wollten. Sie findet, dass das über die Jahre stets gewachsene Nationalpark-Hotel Schliffkopf mit seinen 70 Zimmern und 125 Betten jetzt seine optimale Größe erreicht hat. „Der Platz und die Größe sollen so bleiben. Da fühlen wir uns wohl, da fühlen sich die Leute wohl.“ Es werde noch Verbesserungen im Wellnessbereich geben – und natürlich die Investitionen in die Instandhaltung.
„Wir haben einen Stammgastanteil von knapp 70 Prozent“, sagt Fahrner. Nach den Deutschen teilen sich Luxemburger und Franzosen den Platz Zwei in der Gästestatistik. Vermutlich liege das Entstehen eines „Klein-Luxemburg“ im Schwarzwald auch an der räumlichen Nähe: „Zeit ist einfach kostbar.“ Darüber hinaus hat Fahrner noch eine Erklärung: „Der Luxemburger ist halt einfach ein treuer Gast. Wenn es dem gefällt, dann kommt er auch immer wieder.“

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Kategorie : Kachen on Tour
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