Einladung ins Allerheiligste

Für einen bekennenden Nespresso Fan kommt eine Einladung in die Produktionsstätten des Kaffeespezialisten in Avenches (bei Lausanne, Schweiz) einer Einladung ins Schlaraffenland gleich. Die Erwartungen werden nicht enttäuscht: die Kaffeezentrale thront unübersehbar in der Landschaft und ist genauso stylish, wie die edle Marke selbst.

Wäre nicht der allgegenwärtige Kaffeeduft, man könnte sich genausogut in einer Kosmetik- oder Pharmafabrik wähnen. Alles ist klinisch sauber und die Sicherheits- und Hygienevorschriften sind extrem hoch. Nach einer Besichtigung des Kaffee-Versuchslabors, inklusive Verkostung, dürfen wir von der „Besuchertribüne“ durch Glasscheiben einen Blick in die Fertigungshallen werfen. Nach dem Mischen, Rösten und Mahlen – einer Wissenschaft für sich – werden hier die verschiedenen „Grand Crus“, wie Nespresso sie nennt, aromatisch versiegelt und für den Endverbrauch verpackt.

Ein globales Netzwerk

Mit 327 Boutiquen in 59 Ländern, mehr als 9.500 Angestellten weltweit und einem einmaligen Direct-to-consumer Business Modell gehört Nespresso zu den Big Playern im Kaffeegeschäft, und das obwohl lediglich 1-2% des gesamten weltweiten Kaffeeertrages den hohen Qualitätsstandards und den Geschmacks- und Aromaprofilen der Marke entsprechen und somit in den Nespresso Kapseln verarbeitet werden.

Das 1986 gegründete, zur Nestlé Gruppe gehörende Unternehmen, hat sich seit seiner Entstehung eine führende Position im umkämpften Kaffeemarkt erobert, durch enge Kundenbindung mit einer hohen Markenidentifikation, sehr hohe und gleichbleibende Qualitätsstandards, speziell für das Kapselprinzip entwickelten Maschinen mit 19Bar Hochdruck, einem innovativen Treue-Programm für seine Produzenten und einer cleveren Marketingstrategie (wir sagen nur „George“). Wie so oft steigern auch hier Exklusivität und scheinbare Knappheit (z.B. Limited Editions) die Nachfrage.

Qualität ist oberstes Gebot

Nur etwa 1-2 % des weltweiten Kaffeeertrages schafft es in die engere Auswahl und wird dann nach schier unendlichen Qualitätsprüfungen in den kleinen bunten Kapseln verarbeitet. Nach ersten Tests, bereits vor Ort beim Produzenten, durchlaufen die Bohnen insgesamt 41 Güteprüfungen, bevor sie zur endgültigen Weiterverarbeitung und zum Vertrieb an den Endverbraucher zugelassen werden. Mehr als 120 Tester prüfen die Bohnen auf Qualität, Geschmack, Reifegrad, Homogenität und Röstung und pro Tag werden 180-200 Tassen grüner Kaffee und 250-300 Tassen fertige Kaffeemischungen probiert und geprüft.

Win-Win für alle Beteiligten

Genauso wie Nespresso seine Kunden durch Exklusivität, Markentreue und nachhaltige Qualität bindet, ist das Verhältnis zu den Produzenten von gegenseitigem Vertrauen und Kontinuität geprägt. Hat man es einmal ins AAA-Programm geschafft, bekommt man jede nur denkbare Unterstützung und Hilfe in Form von Schulungen, technischer Unterstützung und direkten Investitionen, beispielsweise um den Betrieb umweltgerechter zu führen. Nespresso legt Wert auf eine langfristige Bindung und ist bereit zu ivestieren, was sich auch in der Bezahlung wiederspiegelt, die um 30 bis 40 % über dem Durchschnittstarif für Rohkaffee liegt.

Es gibt nur wenige Punkte (dazu gehören z.B. Kinderarbeit und Abholzung), die dazu führen, dass man aus dem AAA Programm wieder ausgeschlossen wird. Am Ende profitieren alle von dieser Situation, mit zufriedenen Produzenten einerseits, zufriedenen Kunden andererseits und einem Unternehmen, das seine Qualitätsansprüche und Exklusivität langfristig wahren kann.

 

Ökologie und Recycling – mehr als nur Schlagworte?

Aluminium ist das beste heute verfügbare Material um die zarten Geschmacksnoten und Aromen der Nespresso Grand Crus zu schützen. Zudem kann es unbegrenzt recycelt werden. Kritiker des Kapselprinzips bemängeln neben der aufwändigen Herstellung der Kapseln (Aluminium ist ein in der Herstellung sehr energieaufwändiges Material), fehlendes oder ungenügendes Recycling, einhergehend mit einem durch den Verkauf in Portionen völlig überteuerten Rohstoff.

Dem tritt Nespresso mit einem drei Punkte Programm entgegen:

– der Anteil des AAA Sustainable Quality Kaffees soll auf 80 % erhöht werden (das ist von der Rainforest Alliance zertifizierter Kaffee, wodurch ökologische Standards gewährleistet werden)
– der CO2-Fussabdruck pro Tasse soll bis 2020 auf Null reduziert werden
– die Kapseln sollen aus 15 % weniger Aluminium bestehen und die Maschinen energieeffizienter werden.

Durch das Sammeln und die Wiederverwertung gebrauchter Kapseln kann der Umwelteinfluss reduziert werden. Recyceltes Aluminium erzeugt nur 5% der CO2-Emissionen, die bei der Herstellung von Primäraluminium entstehen. Die gebrauchten Kapseln kann man in speziell hierfür vorgesehenen (und kostenlosen) Tüten in jedem Nespresso Shop abgeben oder bei der Lieferung ebenfalls kostenlos an den Lieferdienst übergeben, der die Kapseln dann dem Nespresso-eigenen Recyclingprogamm zuführt. Mit etwas gutem Willen und dem Mitdenken der Kaffetrinker, kann also übermäßiger Müll vermieden und der Recyclingprozess optimiert werden.

 

 

FOTOS Nespresso

Kategorie : Kachen on Tour
Teilen
Schlagwörter:

Kommentare sind geschlossen.